Ich habe es einer Freundin versprochen, die mir neulich am Telefon sagte, dass sie noch nie jemanden gekannt hat, der so sparsam ist wie ich. Sie bat mich, doch mal aufzuschreiben, wie ich das so mache, damit sie irgendwann vielleicht auch mal sparen kann. Was sie nicht wollte, waren so Tips wie “Heute zu Lidl, da ist Butter im Angebot. Dann gleich 4,000 Kilo kaufen, einfrieren und mindestens 1 Euro gespart haben.”
Die kann und will ich auch gar nicht geben. Ich musste erst mal über die Bitte nachdenken. Bin ich eigentlich wirklich so sparsam? Was macht mich so sparsam? Das erkläre ich in einem anderen Post.
Heute bin ich allerdings über diesen anderen Post gestolpert und habe mich dran erinnert.
Wie bekommt man als Leser günstig tolle Bücher? Leider (aus meiner Sicht als Verleger) gibt es reichlich Möglichkeiten, sich kostenlos gute Bücher zu beschaffen. Dieser Blogpost erläutert einige davon.
Ich bin müde. Vom Studium. Kurz vor der Zielgeraden geht mir die Luft aus. Ich bin die Maschinerie so satt, die sinnlos stumpfsinniges Lernen fördert und fordert. Dieses Einengen der Gedanken, der eigenen Kreativität, der Stärken. Zeitverschwendung in stundenlangem Lernen, damit Wissen temporär abgespeichert wird, von dem letztendlich nur ein Bruchteil gebraucht wird und am nächsten Tag ist alles vergessen. Spätestens.
Ich habe mich angemeldet, also gehe ich auch hin. Zum 24 Stunden Präventionsschwimmen des VKP in Wilhelmshaven. Am 30.11. ist der Start um 18 Uhr.
Auf meiner Reise ins wiederfitwerden habe ich bisher 19.15% meines Körpergewichts verloren und schaffe bis zum 30. die letzten 0.85% auch noch.
Ultimatives Ziel ist aber gar nicht so sehr das Gewicht. Ich wollte mein Asthma bekämpfen, wollte wieder in Hosen der Größe 38 passen, wollte ein Ansporn für Will sein, mitzumachen. Die Hosen Größe 38 passen, mein Asthma ist viel besser und Will hat über 20% seines Ursprungsgewichts verloren. Ich bin ziemlich stolz auf uns, aber nun brauche ich doch noch einen Schlachtplan für den 30.11.
Folgendes habe ich mir überlegt:
ich mache ab heute mindestens dreimal in der Woche Bikram Yoga, dabei die Positionen, nicht jedoch die Wärme (hab keine Sauna), damit meine Gelenke sich schon mal auf den extra Stress einstellen können und damit ich hoffentlich am 30. die Positionen einigermassen flüssig beherrsche und immer mal wieder ausführen kann, um wieder geschmeidig zu werden.
Ab jetzt trinke ich bis zum 30.11. keinen Alkohol mehr und esse an einem Tag pro Woche nur Obst, Gemüse, Käse, Eier und Milchprodukte.
Ich gehe viermal in der Woche auf die Balance Plate, wobei ich 5 Minuten für die Beine und 5 Minuten planking für die Arme einrichte.
Und dann nehme ich am 30.11. Will mit, damit er mich unterstützt und mich zur Not aus dem Wasser fischt.

Damit beschäftige ich mich gerade. Mit Pflegekindern. Nein, ich habe (noch) keins hier, aber wir überlegen. Dauerpflege? Notfallpflege? Bereitschaft nicht, das schaffen wir im Moment nicht. Aber halt – was sind denn die Unterschiede? Das wird wohl von Kommune zu Kommune unterschiedlich bezeichnet.
Hier ist jedenfalls Bereitschaftspflege dies: 24 Stunden pro Tag sind die Eltern erreichbar, per Handy, jederzeit. Und kommt dann ein Notfall, so müssen sie das Kind aufnehmen. No matter what.
Notfallpflege ist dagegen: die Eltern erklären sich bereit, einen Notfall aufzunehmen. Das Kind wird den Eltern per Jugendamt vorgestellt, die Eltern können aber auch mal ablehnen (weil sie zum Beispiel eine Auaszeit brauchen).
Dauerpflege ist wenn ein Kind auf lange angelegte Dauer zu den Pflegeeltern kommt. Oft nach einer Anbahnungsphase, wo die Eltern das Kind und umgekehrt kennenlernen können, wo getestet wird, ob die Chemie stimmt, etc.
Naja, nun sind wir also in dem Vorbereitungsseminar und lernen, was es heisst, ein Pflegekind aufzunehmen. Das haben wir in England alles auch schon gelernt, dort allerdings noch mit dem Fokus, ein Kind zu adoptieren. Als dann klar wurde, dass wir England verlassen, dachten wir, es wäre wohl sehr unfair, ein Kind so dermassen zu entwurzeln. Gespannt bin ich, wie es weitergeht. Einige Kinder warten sind wohl noch in Pflegefamilien unterzubringen, die Stadt sucht nach Eltern. Aber wie wird vorgegangen? Wie viele Hausbesuche und von wem werden wir “über uns ergehen lassen müssen”? Wir haben alles eingereicht, was formal nötig ist und sogar schon angefangen, die Wohnung umzuräumen – meinetwegen könnte es gleich losgehene. Klar ist aber auch, dass das Jugendamt neue Pflegefamilien überprüfen muss, damit ein Kind nicht vom Regen in die Traufe kommt.
Wir freuen uns auf die Herausforderung und darauf, im Leben einiger Kinder eine wirklich wichtige Rolle zu spielen und ihnen zu helfen. Wir möchten Kindern zeigen, dass es auch anders geht.
In Vorbereitung darauf schreibe ich nun ein Buch. Aus der Sicht eines Kindes, das in eine Pflegefamilie kommt. Der Arbeitstitel lautet Die Marmelade muss zu! und sollte ich es tatsächlich fertigstellen, so werden wir es wohl bei Safkhet Soul veröffentlichen. Viel Recherche und einige Interviews werde ich noch betreiben müssen, denn es soll kein einfacher Roman werden, sondern fundiert und so, dass auch ein Mensch vom Fach denken würde, ja, das könnte genauso passiert sein.
Gestern morgen im Kurpark wurde ich von einem älteren Herrn geboxt!
Wir waren auf einem der Wege, die sich Fußgänger und Fahrradfahrer teilen sollen (mit dem Verkehrszeichen 240 beschildert, also ein gemeinsamer Fuß- und Radweg, kein getrennter). Wir gingen ganz links, da wir links einen Hund führen und nicht wollten, dass dieser den entgegenkommenden Radfahrer in Schwierigkeiten bringt. Neben dem Hund lief mein Mann, daneben, leicht versetzt, ich hinter meinem Mann. Neben mir war gut ein Meter Platz. Der entgegenkommende Radfahrer klingelte und schimpfte schon, als er noch fünf Meter von uns entfernt war und mein Mann mitsamt Hund schon komplett auf dem Grünstreifen neben dem Weg stand. Ich habe dann, als der Mann genau vor mir war und auch ein Hechtsprung mich nicht mehr hätte retten können, meine Hand gehoben. Der Mann (ca. 65 Jahre alt) holte aus und boxte mich schwer in den rechten Arm. Er trat in die Pedale und wollte abhauen, aber ich habe ihn eingeholt und am Fahrradkorb festgehalten. Er sprang sofort vom Rad, sicherstellend, dass das Rad sich zwischen uns befand und fragte mich, was mir einfiele. Darauf habe ich gesagt er hätte mich geschlagen und was IHM denn wohl einfiele. Er meinte, das sei ein Versehen gewesen. Dann tauchte mein Mann neben ihm auf und er bekam sichtlich Angst. Er hätte sich schon entschuldigt, sagte er zu meinem Mann.
Mir war diesen Zwischenfall mulmig; ich konnte den Mann nur noch mit Worten verwünschen. Darauf sprang er auf sein Rad und verschwand.
Ich bin noch nie am hellichten Tag von einem älteren Mann geboxt worden, obwohl ich schon Platz gemacht hatte und er mitten auf uns zu fuhr.
Mehrere Passanten, die alles beobachtet haben, sagten mir hinterher, ich sollte doch die Polizei rufen und ihn wegen Körperverletzung anzeigen, denn sie haben uns alle recht gegeben und zugestimmt, dass das Fehlverhalten eindeutig bei dem Mann lag.
Ich wundere mich über diesen Mitbürger und warum er sich so in seinem Recht eingeschränkt fühlte, daß er gewalt anwenden musste.
Erzählen wollte ich es allen Wilhelmshavenern, denn obwohl ich ihn verflucht habe, fährt er sicher immer noch im Kurpark rücksichtslos herum und wer weiß, wen er das nächste Mal boxt und ob der- oder diejenige vielleicht weniger stark und langsamer ist als ich, ihn nicht einholt und vielleicht sogar einen Schock erleidet. Ich kennen viele Menschen, denen ein solcher Schlag nicht gut bekommen würde und wünsche mir, dass der Mann, der mich im Kurpark geboxt hat, in Zukunft rücksichtsvoller ist. Sehe ich ihn noch einmal so handeln, zeige ich ihn garantiert an!
Für die Verfluchung entschuldige ich mich genauso wenig wie er sich für seinen sehr deutlich mit Absicht ausgeführten Schlag entschuldigt hat.
Naja, ganz unrecht hat er ja nicht, ich bin ja immerhin Informatikerin. Aber warum fragt mich der Kabel Deutschland Techniker danach, warum es hier keinen Strom gibt?! Ich komme ahnungslos vom Einkaufen zurück (hab ein schönes, altes, gebrauchtes, gemütliches Fahrrad für Will gekauft) und freue mich darauf, endlich telefonieren zu können. Aber erstmal muss ich die Einkäufe wegräumen und warum sind eigentlich die Techniker nach zwei Stunden immernoch hier?
Da sagt der erste Techniker zu mir: “Sie haben keinen Strom!”
Ich habe keinen Strom? Doch, also, bevor ich zum Einkaufen gefahren bin und Sie hier rumgemacht haben, hatte ich noch Strom!
Er: “Was machen wir denn jetzt?”
Ich: “Also, ich räume meine Einkäufe weg und Sie suchen den Strom.”
Er: “Aber…”
Ich: “Ich kann Ihnen dabei nicht helfen,” und wenn ich es könnte, könnten Sie es sich nicht leisten, den Kunden mitarbeiten zu lassen. Wo sind wir denn hier? Bei http://www.bauDirDeinenKabelAnschlussSelber.de?
Tja, wir warten also… Vielleicht kann ich ja heute doch noch telefonieren und fern sehen und meinen eigenen Internetanschluß benutzen!
Nun sitz ich hier im Büro und versuche zu arbeiten… schwierig, weil wir ständig unterbrochen werden.
Elektriker: “Das’ ja auch schon mal was!”
und da kann ich nur sagen, dass würde mich auch sehr freuen, wenn das ginge. Aber ich hab’s versucht. Mit Banane am Kopf, mit Rauchzeichen, mit einfach laut Brüllen. Nix geht.
Drei Wochen bevor wir umgezogen sind, habe ich bei Alice unseren neuen Anschluß bestellt, damit es mir nicht so geht wie meiner Freundin, die durch ihren Umzug schon seit sechs Wochen ohne Telefon und Internet dasitzt. Alice hat sich nicht gemeldet. Weder schriftlich, noch per Email. Als wir eingezogen sind, dachte ich, jetzt müsste doch mal was passieren und rief an. Achja, schön, dass Sie sich melden, ich schicke Ihnen was per Post.
Einen Tag später der Brief im Briefkasten. Mein Name falsch geschrieben; der Inhalt “Sie haben Bonitätsprüfung nicht bestanden blabla…” Ahja. Vielleicht, wenn Ihr das mal richtig schreibt. Gut, ich also wieder angerufen. Ohja, daran könnte es liegen, teilt mir der unfreundliche Mann am Telefon mit und ändert (angeblich die Schreibweise des Namens). Dann sagt er mir, ich MÜSSE schriftliche eine neue Bestellung aufgeben. Warum frage ich, ich habe doch das erste Mal auch per Telefon bestellt. Wär eben so, sagt er. Will ich aber nicht, sage ich, denn ich möchte jetzt wirklich SCHNELL Telefon und der Fehler liege doch bei ihnen. Nein, sagt er, ER hätte gar nichts falsch gemacht und legt auf! Ahja. Neuer Anruf, nettere Kollegin. Ich erkläre alles nochmal. Sie sagt, dass sei ja schrecklich und täte ihr total leid. Erstmal Datenabgleich. Oh, ihr Name ist ja falsch geschrieben. Ach? Immernoch? Und Sie sind nicht 1961 geboren? Nein, bin ich nicht. Ja, kein Wunder, dass die SchuFa dann nicht läuft. Nee, kein Wunder. Sie verspricht mir, alles neu einzugeben und wir würden dann bald Telefon haben.
Das war Montags. Ende der Woche erhalte ich eine Null-Rechnung von O2 “Danke, dass Sie unser Produkt benutzen. Für den Monat Juni haben wir 0 Euro berechnet!”. What the fuck denke ich mir und rufe wieder bei Alice an. Achso nein, das sie eine automatische Rechnung vom System generiert, täte ihnen leid. Eine Kollegin würde mich gleich zurückrufen, um alles zu klären. Unter welcher Nummer können wir Sie denn erreichen? Gar nicht, das ist ja das Problem! Achso. Ja, dann klären wir das intern und Sie hören von uns.
Vier Tage später Post von Alice. Ich freu mich schon und mache den Umschlag auf. “Wir konnten Sie weder telefonisch noch per Post erreichen. Bitte melden Sie sich umgehend bei uns, wir haben noch Fragen.” Im Ernst? Also rufe ich wieder an, diesmal auf der Verkaufshotline. Erzähle der Dame, dass ich meinen Auftrag gerne durchgeführt hätte. Sie guckt in ihren Computer und erklärt mir, dass der nichts über mich hat. Weder unter meinem richtigen Namen noch unter dem falsch geschriebenen. Auch nicht mit meiner Adresse. Und auch nicht mit der Telefonnummer, die auf der Null-Rechnung von O2 draufsteht. Das sei im Übrigen auch gar keine gültige O2 Nummer. Achso. Jetzt ist alles klar. Ich bedanke mich, lege auf und rufe bei Kabel Deutschland an.
Ähnliches Produkt kostet 4 Euro weniger im Monat. Schön, das hätte ich gerne, am besten sofort. Wo man mich denn erreichen könne. Ja, gar nicht – versteht das hier keiner?! Nur per Email erkläre zum gefühlten 400sten Male. Ja, dann würde sie das mal so eingeben, aber ob der Techniker das hinbekäme… Gut, wieder warten. Vier Tage später ein Brief “wir konnten Sie telefonisch nicht erreichen” vom Service Techniker. Konntet Ihr nicht oder wolltet Ihr nicht? So was Dämliches! Ich stehe jeden Abend zwecks Empfang meiner Telefonate drei Stunden auf dem Balkon, mit einer Antenne, die ich mir eigens dafür aus Aluminiumfolie gebastelt habe. Und das klappt nicht? Komisch.
Ich rufe also den Servicetechniker an und der macht auch prompt einen Termin für Freitag und erscheint hier. Zielstrebig ins Wohnzimmer mit einem Messgerät. Nee, also das hier ist keine Kabeldose. Nicht? Sieht aber so aus, finde ich. Nein, das ist keine. Haben Sie keine andere? Keine Ahnung, ich habe keine gesehen, aber gehen Sie gerne gucken. Also haben Sie keine andere? WILL!!!! YOUR CUSTOMER!
Der Schornsteinfeger müsse her und den Schornstein genehmigen, denn da müsse erst mal ein neues Kabel und Dose her, für uns natürlich kostenlos. Natürlich!
Also Will und Kabelservicemann zur Hausverwaltung. Der schreibt Email an Schornsteinfeger, der schicke uns dann Rechnung (wie jetzt für uns kostenlos?!). Naja, den Schornsteinfeger müssten wir natürlich bezahlen, sagt der Servicetechniker. Nein, sagt Will. Doch. Nein. Doch. Nein! Okay, er würde mal seinen Chef anrufen. Gute Idee, denn der sagt auch sofort “Für den Kunden natürlich kostenlos”. Natürlich. Wenn die Rechnung kommt, einfach an Kabel Deutschland schicken, die regeln das dann!
Also warten wir auf den Schornsteinfeger. Eine Woche. Keiner kommt. Will wieder zur Hausverwaltung. Der ruft da an… konnte nicht kommen, denn er ist leider verstorben. Ein neuer Schornsteinfeger wird sofort beauftragt und war gestern hier. In der Zwischenzeit zwei neue Briefe vom Servicetechniker “wir konnten Sie telefonisch nicht erreichen”… und dass, obwohl ich sofort, nachdem der Techniker das erste Mal hier war, angerufen habe und mitgeteilt habe, dass ich mich per Email melde, wenn der Schornsteinfeger da war. Die Dame meinte noch, das ist aber kompliziert, so einen Termin abzusprechen. Nein, ist es nicht, konnte ich sie überzeugen, denn wir sind immer hier und sehr flexibel. Ausserdem will ich Telefon und würde auch 24 Stunden am Stück wach bleiben und warten, wenn ich dann am Ende endlich wieder mit meiner Freundin telefonieren kann.
Wie auch immer, Schornsteinfeger war hier, Schornstein ist okay für Kabel (“logisch, da hängen sogar welche drin, ich weiß gar nicht, warum ich da noch mal vorbei kommen musste,” sagte der neue, glückbringend schwarzgekleidete Schornsteinfeger, den Will natürlich auch gleich an der Schulter berührt hat). Und nun warten wir nochmal vier Tage, bis der Servicetechniker wieder Zeit hat. Dienstag zwischen 8 und 11 und mit viel Glück habe ich dann, nach 8 Wochen Internet und Telefon. Mit noch mehr Glück hat meine Freundin, die heute den ganzen Tag auf ihrem Balkon sitzend auf den Herrn von der Telekom gewartet hat, dann auch Telefon und wir können uns mal wieder normal unterhalten und nicht nur über Facebook Chat!